Während der Versuche sind von den jeweiligen Versuchspersonen gemäß
der Aufgabenstellung ,,Bitte verändern Sie den vorgegebenen
Schichtplan manuell so, daß er die in Tabelle
dargestellten Kriterien möglichst
erfüllt.`` Schichtpläne erstellt worden.
Aufgrund des sehr verschiedenen Hintergrundwissens der Beteiligten bezüglich der Programmbenutzung einerseits und der arbeitswissenschaftlichen Grundlagen andererseits habe ich diese Pläne nur betrachtet, um Indizien dafür oder dagegen zu finden, ob mit der jetzigen BASS II Version diese Aufgabe lösbar ist. Dies entspricht dem Kriterium ,,Effektivität`` aus der Norm ([ISO9241 96]).
Eine genauere Betrachtung der Qualität der verschiedenen Pläne ist aufgrund der zu unterschiedlichen Ausgangsvoraussetzungen und der zu geringen Anzahl zu betrachtender Pläne und der daraus folgenden geringen statistischen Validität nicht sinnvoll. Aus diesem Grund habe ich die benötigte Zeit auch nicht weiter betrachtet, zumal dort auch noch zum Teil erhebliche Störfaktoren wie zum Beispiel Unterbrechungen von außen o.ä. zu berücksichtigen wären. Das Kriterium ,,Effizienz`` wird hier zunächst also nicht weiter betrachtet. Später werde ich aber darauf zurückkommen.
| Bezeichnung | Opt | Min | Schlecht | |
| ++ | + | - | ||
| K1 | Ruhezeiten zwischen zwei Schichten | mind. 16h | mind. 11h | unter 11h |
| K2 | kontinuierliche Störungen des Nachtschlafs | max. 1 | max. 3 | mehr |
| K3 | kontinuierliche Störungen der Sozialaktivitäten | max. 1 | max. 3 | mehr |
| K4 | kontinuierliche Störungen des Familienlebens | max. 1 | max. 3 | mehr |
| K5 | Durchgehende Arbeitstage | max. 5 | max. 7 | mehr |
Das Kriterium ,,Wochenendfreizeit`` konnte leider nicht berücksichtigt werden, da ein Programmfehler die zuverlässige Anzeige dieses Kriteriums verhinderte.
Prinzipiell war es offenbar jedem Benutzer möglich, mit BASS II einen Plan zu erstellen, der die Kriterien erfüllte. Die beiden nichtkonformen Pläne der zweiten Aufgabe von E1 und N2 sind auf die gewählte ungünstige Lösungsstrategie zurückzuführen. E1 und N2 hatten sich an ein lokales Optimum herangearbeitet und waren nicht flexibel genug, dieses nocheinmal grundlegend zu überdenken, wie es für einen besseren Plan notwendig gewesen wäre. Dies ging aus den begleitenden Kommentaren von E1 und N2 hervor. Für die Beurteilung des Programmes ist aber wesentlich, daß beide Verstöße ausdrücklich hingenommen wurden, also erkannt wurden. Eine mögliche Verbesserung des Programmes wäre sicherlich in Richtung Unterstützung der manuellen Optimierung durch Hinweise o.ä. überlegenswert.
Die Möglichkeit, andere als die optimalen Werte für die Kriterien einzutragen, wurde von allen Versuchspersonen genutzt. Alle Versuchspersonen bis auf E3 trugen entweder sofort oder nach und nach suboptimalere Werte ein, um so den Plan von den angezeigten Verstößen zu ,,reinigen``.Die unerfahrenen Benutzer hatten von mir diese Art der Lösungsstrategie auch vorgemacht bekommen. Lediglich die erfahrenste Benutzerin E3 ließ sich die maximalen Anforderungen die ganze Zeit über anzeigen. Ich erkläre dies damit, daß sie wohl den besten Überblick auf diesem Plan bezüglich der Schwere der angezeigten Verstöße hatte.