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Styleguides und spezielle Normen

Styleguides und die spezialisierteren Teile der ISO9241 (zum Beispiel Teil 12: ,,Presentation of information`` [ISO9241-12 96]) sind eigentlich keine Evaluationsmethode im näheren Sinn. Eine denkbare Evaluationsmethode könnte aber ähnlich den vorangegangenen Fragebögen darin bestehen, daß der Evaluator die Erfüllung der Forderungen des Styleguides ,,abhakt``.

Die ISO Norm Teil 12 ([ISO9241-12 96]) schlägt dazu eine zweistufige Herangehensweise vor. Zunächst soll zum Beispiel mittels analytischer oder empirischer Analyse die Anwendbarkeit der speziellen Empfehlung und dann über verschiedene Methoden, zum Beispiel Expertenurteil oder Benutzertest, die Erfülltheit beurteilt werden (Vgl. [ISO9241-12 96] Anhang C).

Die Grenze ziwschen allgemeinen und speziellen Anforderungen und Verfahren wie EVADIS ist allerdings fließend. So enthalten Styleguides, zum Beispiel von Motif ([Motif 91]), häufig auch Hinweise zu allgemeinen ergonomischen Forderungen. So ist den Dialogprinzipien in [Motif 91] immerhin ein ganzes Kapitel gewidmet worden. Hier soll aber der sehr spezielle Teil der Styleguides oder Normen gemeint sein, der sich mit der genauen Beschreibung von Implementierungsdetails befaßt, zum Beispiel das Aussehen der darzustellenden Maus-Zeiger (siehe dazu [Motif 91] S. 2-9 oder [ISO9241-12 96]).

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Für diesen Ansatz spricht, daß für immer wiederkehrende Probleme, zum Beispiel Dateiauswahl, Standardlösungen vorgegeben werden. Eine Evaluation über Styleguides würde so die Konsistenz zu anderen Programmen, die diesem Style folgen, sicherstellen können. Die genaue Befolgung aller verfügbaren spezielleren Normen könnte als ,,Mindestqualität`` gedeutet werden.

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Gegen diesen Ansatz spricht die Erkenntnis, daß ein solcher Leitfaden entweder allgemeingültig, damit aber auch ungenau, oder aber spezifisch für einen bestimmten, aber nicht den im Einzelfall vorliegenden, Nutzungskontext ist ([Qin 95] S.32)

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Die Normen waren zum Zeitpunkt dieser Arbeit zum großen Teil noch im Entwurfsstadium und somit nicht ohne weiteres zugänglich (siehe Tabelle gif auf Seite gif). Der Zeitpunkt der Fertigstellung war noch nicht abzusehen.

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Die Fülle der Empfehlungen und Normen macht es dem Entwickler oder Evaluator schwer, eine Überprüfung aller relevanten Normen vorzunehmen, da neben der Erfüllung zunächst die Relevanz selber festgestellt werden muß (Siehe auch die abschließende Diskussion in dieser Arbeit in Abschnitt gif auf Seite gif).

Konsequenz

Da es bei diesem Fallbeispiel um sehr spezielle Probleme, zum Beispiel die gleichzeitige Darstellung von Kriterienverletzungen, geht, sah ich wenig Chancen, mithilfe von Styleguides zu für diesen Einzelfall guten Ergebnissen zu kommen und habe dieses Verfahren deshalb nicht weiter verfolgt.

Bei der Bearbeitung von nachher gefundenen Problemen habe ich allerdings versucht, die entsprechende Norm als ,,höhere Instanz`` zu benutzen, um für Standardprobleme bereits vorgefertigte Lösungen zu benutzen, die konsistent zu anderen Prorammen sind. Dies wurde durch die Menge der zu betrachtenden Normen allerdings erschwert.


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Diplomarbeit: Ronald Hartwig 16.05.97 20:12:21
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