Die Betrachtung des Programms durch mehrere verschiedene Experten, die
sich vorher auch mit der Aufgabe und den Benutzerprofilen beschäftigt
haben, führt zu einer recht hohen Entdeckungsrate. Die Aussage von
Nielsen ([Nielsen 93] S. 156), daß so 75% der Probleme entdeckt
würden scheint sich für dieses Fallbeispiel zu bestätigen, wobei
kritisch angemerkt werden muß, daß ohne die Kenntnis der
Gesamtproblemmenge eine Berechnung von prozentualen Anteilen natürlich
nur eine Schätzung sein kann. Ebenso bestätigt hat sich die Warnung
von Dzida ([Dzida 97]), daß so unter Umständen die schlimmsten
Probleme trotzdem unentdeckt bleiben. Die möglichen prinzipiellen
Ursachen habe ich in Abschnitt
bereits
dargestellt. Andere Untersuchungen kommen bezüglich der Effektivität
der heuristischen Evaluation zu ähnlichen Ergebnissen
(vgl. [Gediga & Hamborg 97]).
Unter Berücksichtigung des vergleichsweise geringen Aufwandes, verglichen mit dem von EVADIS und den Experimenten, und der hohen Effektivität, ist diese Methode als sehr nützlich einzustufen.
Da hier die Benutzer nicht weiter belastet werden, sollte diese Methode im Softwareentwicklungsablauf nach der Neuerstellung oder größeren Änderung einer (Oberflächen-)Komponente so früh und so oft wie möglich erfolgen. So können viele Standardprobleme bereits früh entdeckt und somit auch kostengünstig behoben werden.